Harzer Hirten

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Die Bergfreiheiten
Für die Bergleute hier im Harz gab es die sogenannten "Bergfreiheiten", die unter anderem besagten, dass sie Kühe halten durften. Die Anzahl wurde nach dem jeweiligen Stand festgelegt, ein einfacher Bergmann durfte also nicht so viele Kühe halten wie ein Bergbeamter. Vom Magistrat wurde jährlich, nach Möglichkeit schon im Januar, ein Kuhhirte bestimmt, der dann ab April die Tiere in der Waldweide hütete. Nach der zweiten Wiesenmaad durften die Kühe dann auf die Wiesen, wo sie bis zum Einsetzen des ersten Schnees blieben.

Austrieb und Eintrieb der Kühe
Die Kuhhirten waren gehalten, morgens um 5 Uhr ihr Hirtensignal [Austriebssignal anhören] zu blasen, worauf die Kühe von ihren Besitzern aus dem Stall gelassen wurden und sich zur Herde gesellten, die dann bis spätestens sechs Uhr aus der Stadt sein musste. Abends kurz vor Einbruch der Nacht kamen sie dann zurück. Der Kuhhirt blies das Rücktriebssignal [Rücktriebssignal anhören] , die Leute öffneten ihre Stalltüren, und die Kühe gingen selbstständig in ihren Stall zurück.
Kuhhirt konnte nur werden, wer auch Schlachter war, denn das war die Beschäftigung der Hirten in der Winterszeit.
Nach der Schlachterausbildung folgte dann die mehrjährige Lehre zum Kuhhirten. Oft gingen schon die Kinder als Hütejungen mit - es gab regelrechte Hirtendynastien.

Die Tracht des Kuhhirten
Sie bestand aus dem knielangen schwarzen Kittel, einem schwarzen Hut, dunklen Hosen, die in Gamaschen gesteckt wurden, Stiefeln oder derben Schuhen und dem Hirtenkoppel. Dieses Koppel war verziert mit Messingbeschlägen, und es waren Beil, Hundeleine und ein Strick daran befestigt.

Der Hütehund
Zum Kühehüten gehörte natürlich der Hütehund; hier im Harz war es der "Harzer Fuchs", der heute wieder vermehrt gezüchtet wird. Diese Hunderasse ist sehr intelligent, lernfreudig und lebhaft.

Die Hirten im Harz
Die Kuhhirten im Oberharz waren angesehene und auch gutgestellte Leute im Gegensatz zu den Hirten im Vorharz. Ziegenhirten und Schafhirten waren dagegen von niederem Stand.
Heutzutage werden die Kühe nicht mehr gehütet wie damals, sind auf eingezäunten Weiden, aber die Tierhalter und Freunde treffen sich bei Veranstaltungen alle in ihrer traditionellen Hirtentracht. Mit dabei sind ihre Hunde, die Harzer Füchse.

 

Kuhhirten mit Harzer Fuchs
Kuhhirten mit Harzer Fuchs
in Buntenbock

Rücktrieb der Kühe durch die Innerste
Rücktrieb der Kühe
durch die Innerste
Kuhhirt Seesen mit Horn
Kuhhirten beim Kuhball
in Tanne
Harzer Fuchs 'Janko'
Harzer Fuchs 'Janko'