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Kuhhirt Bruno Arend

„Wer so ein faules Gretel hat, der kann wohl lustig sein", diese Melodie zu dem schelmischen Volkslied erklang bis vor einigen Jahren in fast allen Orten des Oberharzes, wenn an den Sommertagen die Hirten frühmorgens in ihrer zünftigen Tracht zum Austrieb der Kühe bliesen. Sie zogen dann mit einer stattlichen Herde von oft weit über hundert braunen Rindern durch die Straßen, um sie auf ihre Weiden, die sich an den Berghängen und in den Wäldern befanden, zu führen. Das harmonische Geläut der Kuhglocken war weithin zu hören.

Kuhhirt Bruno Arend mit Harzer Fuchs 'Janko' und Kuhherde

Die braunen Herden mit ihren Hirten in ihren dunklen Kitteln mit farbenfrohen Tressen, roten Halstüchern und den breitkrempigen Hüten waren stets eine Touristenattraktion. Mit der fortschreitenden Technisierung wurden die Herden immer kleiner und verschwanden schließlich vollständig aus der Harzlandschaft. Mit ihnen verschwand auch der Hirtenberuf, der zu den ältesten im Oberharz gehörte. Auch Bruno Arend aus Lerbach war einer der letzten seiner Zunft. Der ehemalige Gummiwerker kam mit 14 Jahren bei dem Ziegenhirten Wilhelm Strauch in Clausthal-Zellerfeld in die Lehre. Danach hütete er zusammen mit seinem gleichnamigen Onkel von 1936 bis 1938 in Clausthal eine große Kuhherde. Bei ihm erlernte er auch den Beruf eines Hausschlachters. Nach 1945 brauchte man in Lerbach dringend einen jungen Hirten. Hungrige Ausländer - ehemalige Kriegsgefangene -, die seinerzeit noch im Raum von Osterode wohnten, hatten mehrmals die Kuhherde überfallen und mehrere Tiere mitgenommen. Der damals schon ältere Hirte Emil Mühlhan konnte sich dagegen allein nicht zur Wehr setzen, und die Kuhbesitzer machten sich um ihre Tiere, die in der Zeit der größten Not einen unersetzbaren Wert darstellten, große Sorgen. Mit jugendlichem Schwung und viel Mut hütete Bruno Arend zunächst noch kurze Zeit zusammen mit seinem Vorgänger und dann allein die große Herde.

Nach 1948, als der Wohlstand und damit auch die Motorisierung langsam aber ständig zunahmen, war es oft schwierig, die Herde unversehrt morgens und abends durch die endlos lange und an vielen Stellen sehr schmale Straße des Ortes zu geleiten. WieKuhhirt Bruno Arend überall im Harz war auch in Lerbach die Viehhaltung mit schwerer Arbeit und vielen Problemen verbunden, und somit schafften von Jahr zu Jahr mehr Kuhbesitzer ihre Tiere ab. 1962 rentierte sich auch in Lerbach der Austrieb nicht mehr. Schweren Herzens musste nun Bruno Arend seinen geliebten Beruf aufgeben und sich um einen anderen Arbeitsplatz bemühen.

Doch ganz in Vergessenheit ist er nicht geraten. Viele Kurgäste, die seit Jahren immer wieder gern in den Harz kommen, erinnern sich noch oft an die schönen braunen Kuhherden und an die Harzer Hirten in ihrer schmucken Tracht. Viele haben seinerzeit lange Wanderungen unternommen, um im Walde einen Augenblick mit dem Hirten zu plaudern, der ihnen das Wetter für die nächsten Tage viel genauer voraussagen konnte, als der Wetterbericht des meteorologischen Amtes.

Bruno Arend starb im Jahr 1998.

Kuhhirt Bruno Arend mit Harzer Fuchs 'Janko'
Kuhhirt Bruno Arend mit
Harzer Fuchs 'Janko' (um 1950)

Text z.T. aus 'Harzer Bergkalender 1973'

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Harzer Kuhhirten:

Arend Bruno
Börker Gust
Knape Emil
Mügge Ernst
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